January 18 – March 1, 2014

Die Beziehung zwischen meinen Bildern und meinen Skulpturen (oder anderen installativen Arbeiten) beschäftigt mich seit einigen Jahrzehnten. Die Bilder haben einen recht traditionellen Stil und sind persönlich, wohingegen die Skulpturen formaler und weniger traditionell sind
Dike Blair

Wir freuen uns sehr die erste Einzelausstellung des amerikanischen Künstlers Dike Blair in Deutschland zu präsentieren. Blair wird zwei Skulpturen und eine Auswahl von Gouachen auf Papier ausstellen.

Seit seiner Ankunft in New York während der mittsiebziger Jahre, verfolgt Dike Blair einen sehr eigenen Weg.
Schon früh verfertigte er Arbeiten, die von Fotografien und malerischen Konstruktionen auf Glas bis hin zu Installationen, wie der von Disney World´s Epcot Center inspirierten, reichen.

Im Laufe der Jahre haben sich diese Bilder auf Themen konzentriert, die sich auf die traditionelle Genremalerei beziehen: Landschaften (Reiseszenen), Stillleben und Portraits. Diese auf Fotografien basierten Gouachen halten flüchtige Blicke eines rastlosen Auges fest, das für den Bruchteil einer Sekunde das monotone Phänomen der beobachteten Welt sucht und zu fangen trachtet.
Die Gouachen machen auf die banalen und transitorischen Details des täglichen Lebens, wie etwa Zigaretten in Aschenbechern oder Fußabdrücke im Schnee, aufmerksam. Sie scheinen einerseits persönlich, fast tagebuchartig, und andererseits gefiltert und vermittelt. Blair zeigt zudem regelmäßig thematische Paarungen, wie Fenster und Blumen oder Parkplätze und Augen von Frauen.

Vor etwa 20 Jahren verdichteten sich Blairs Arbeiten zu Assemblagen, welche er selbst als Skulpturen bezeichnet. Diese sind aus Teppichen, Beleuchtungskörpern und parkbankähnlichen Elementen gefertigt.
Ein Jahrzehnt später wichen diese Skulpturen einer fortlaufenden Serie, in der bemalte Transportkisten aus Holz verarbeitet werden. Die Transportkiste beinhaltet die weiteren Elemente der hybriden Skulptur: immer wenigstens eine gerahmte Gouache, manchmal Gegenstände wie Teppiche oder Beleuchtungskörper. Diese Skulpturen mögen Gedanken an tatsächliches und impliziertes Licht evozieren, an das Kaum-noch-Wahrnehmbare und an eher Alltägliches, wie Lagerung, Möblierung oder den menschlichen Körper.

Seit den späten achtziger Jahren stellt Blair die gegenständlichen kleinformatigen Gouachen zusammen mit den eher abstrakten Arbeiten aus. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Formen ist von andauerndem Interesse für ihn.

Obwohl das Verhältnis zwischen den verschiedenen Medien nicht von Beginn an deutlich war – die Skulpturen stehen für eine Sprache der Abstraktion, der Architektur und des Ready-Made, während die Gouachen höchst realistisch sind – konnte der Betrachter sie unmittelbar als intuitiv ,richtig‘ verstehen.*

*Naomi Fry in frieze

Julia Bulk