LINN LÜHN

L O V E

Florian Baudrexel, Sarah Braman, Carmen D´Apollonio, Margarete Jakschik, Christoph Schellberg

November 6 - December 18, 2021

Wir freuen uns sehr die Ausstellung L O V E zu präsentieren.

L O V E ist eine Ausstellung, die fünf KünstlerInnen zusammenbringt, deren Austausch untereinander von gegenseitiger Neugier, Freundschaft und auch Bewunderung geprägt ist. L O V E ist eine Ausstellung über KünstlerInnen, die über ihre Arbeit diskutieren und in Beziehung zueinander stehen.
L O V E ist auch eine Ausstellung über die Liebe zur Kunst und den Glauben an ihre Sprache als Ausgangspunkt, um Kunst zu machen, sie zu zeigen und mit ihr zu leben.
L O V E sind Florian Baudrexel, Sarah Braman, Carmen D'Apollonio, Margarete Jakschik und Christoph Schellberg.

Entstanden aus Verpackungskarton, visualisieren Florian Baudrexel´s (*1968) Reliefs den Moment des Findens einer Form – und mit ihm das Eintauchen in eine vormals unbewusste Welt. Unverhofft wie leicht inmitten des Alltäglichen und konzentriert in einem stillen Dialog, in welchem sich ihre Formen und Strukturen als Angebot und Einladung zugleich verstehen, sie mit unseren Assoziationen und Eindrücken anzureichern. Gleich den Formen eröffnen sich in ihnen abermals neue Räume – und in ihnen ein Austausch über die Fragilität von Schönheit in der Leichtigkeit einer eigens geschaffenen Welt. In der Ausstellung zeigen wir zwei neue Reliefs.

Es ist diese Kuriosität des Alltäglichen die uns Sarah Braman (*1970) in ihren Werken zeigt. Die subtile Stimmung, die sich zwischen dem Banalen und dem Geistigen verbirgt.
Die New Yorker Künstlerin schafft abstrakte geometrische Skulpturen und Gemälde auf zusammengefügten Sperrholzplatten, in denen sie gleichzeitig die formalen Qualitäten ihrer Materialien in den Vordergrund stellt und auf das Zuhause, das Familienleben und die Natur verweist. In ihren Skulpturen greift Braman den minimalistischen Kubus auf und untergräbt spielerisch dessen makellose Ästhetik, indem sie Gebrauchsmaterialien - Kartons, Haushaltsund Büromöbel - in ihre kippbaren, mehrteiligen Werke einbezieht.

In der Ausstellung zeigen wir die Arbeit ´Wrong´ aus der Serie der Sperrholzbilder. Bramans Sperrholzbilder in Sonnenuntergangsfarben erinnern an holzgetäfelte Keller und die von den Abstrakten Expressionisten angestrebte Erhabenheit - eine Vermischung von Irdischem und Metaphysischem, die ihr gesamtes Werk kennzeichnet.

Wir freuen uns die erste Bronzearbeit der Schweizer Künstlerin Carmen D´Apollonio (*1973) zu präsentieren. Aufgewachsen als Kind italienischer Eltern außerhalb Zürichs, ist D’Apollonio seit 2006 Mitbegründerin und Co-Designer der Schweizer Modemarke Ikou Tschüss und lebt seit 2014 in Los Angeles. Mit einem spielerischen Sinn für Humor mischt sie verschiedene Einflüsse aus dem Kanon der modernen Kunstgeschichte, antike archäologische Artefakte und ihre Beobachtungen aus dem täglichen Leben. Die hier ausgestellte Skulptur ´Constantino´ entzieht sich wie auch Ihre Keramikarbeiten in ihrem Wechsel zwischen Design Objekt, funktionalem Topf und gestalteter Skulptur einer klaren Zuordnung.

Oft präsentiert sich der perfekte Moment als etwas Ambivalentes. Als etwas, das empfindbar ist, sich jedoch nicht mit Sprache fassen lässt und in seiner Beschreibung wörtlich die Aura verliert, aus deren Fassetten er sich in unseren Gedanken zusammensetzt. Und doch ist er etwas Spürbares, das sich in unseren Wahrnehmungen und Gefühlen manifestiert.

Aufgenommen in Los Angeles, einer Stadt der Träume und konstanter Veränderung, halten die Fotografien der polnischen in den USA lebenden Künstlerin Margarete Jakschik´s (*1974) in der Dokumentation ihres alltäglichen Lebens inne und richten unseren Blick ebenso gleichwertig auf die ungestellte Poetik einer Landschaft, die Amerika ehrlich und ungeschönt im Miteinander seiner Kontraste zum Sehnsuchtsort werden lässt. In der Ausstellung zeigen wir zwei neue Fotografien und eine frühe Fotografie aus Ihrer Studienzeit an der Kunstakademie Düsseldorf, wo sie in der Klasse von Thomas Ruff studiert hat.

Desweiteren zeigen wir drei neue Bilder des in Düsseldorf lebende Künstlers Christoph Schellberg (*1973). Man kann die neuen Bilder Schellberg´s als Landschaftsbilder oder auch als Bilder einer Art von Erinnerung bezeichnen. Es gibt keine eindeutige Verortung, eher Verweise auf einen erinnerten Ort, ein Gefühl welches man für einen Ort hatte. Man erkennt urbane Strukturen, architektonische Formen die an Bungalows erinnern, vielleicht ein Dorf sein könnten – weich schimmernd, flimmernd “Und dann und wann ein weißer Elefant.“(Rainer Maria Rilke). Es geht dem Künstler um Verdichtung, Umordnung, Kräfteverhältnisse, den maximalen Schein in Reduktion und Licht. Eine malerische Abstraktion, als Anlehnung an die Natur.

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